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Kunstobjekte



Till F. E. Haupt: ''Aktie''

Till F. E. Haupt: "Aktie"


Till F. E. Haupt
"Aktie"
Druckgraphik auf handgeschöpftem Büttenpapier, 30x21, 5 cm, mit Cover 34, 5x25 cm


Das Jahr hat meistens 525.600 Minuten. Mein persönlicher "Zukunfts-Vorrat" besteht also aus 52.560 Anteilen á 10 Minuten pro Jahr. Die zusätzlichen 24 Stunden eines Schaltjahres betrachte ich als willkommenen aber zu vernachlässigenden Bonus. Da ich gern mein eigener Herr bin, beanspruche ich 75% meiner Zeit für mich. 25% der gesamten Zeit eines Jahres entsprechen zirka acht Stunden pro Werktag. Diesen Zeitraum galt es, wie bei jedem Berufstätigen, zu veräußern: Bei dem Konzept orientierte ich mich, soweit es ging, am bestehenden, aus diversen Gründen zumeist amerikanischen Aktienrecht. Allerdings ersetzte ich nahezu alle monetären Werte durch zeitliche: "Time is money! Is money time?"

Der Aktionär beteiligt sich für zunächst € 100, - und einen jährlichen Unkostenbeitrag an zehn Minuten meiner Zukunft pro Jahr. Das Geld wird angelegt: der Stückpreis ist so berechnet, daß ich von den Zinsen leben könnte, sobald alle Aktien "gezeichnet" sind.

Nach dieser einmaligen Zahlung darf die Aktie nur mit zeitlichen Werten weiter gehandelt werden, z.B. in Form von Dienstleistungen. Der Shareholder erhält im Gegenzug neben allen aktientypischen Vergünstigungen (Bilanz en, Versammlungen, Wertzuwachs), vor allem eine Dividende. Die Dividende wird in Prozent vom Nominalwert berechnet. Die Höhe ist abhängig von meinem Zeitgewinn, der durch das Weg fallen eines Broterwerbs entstehen sollte. Eine Dividende von 10% (bei einem Share von 10 Minuten also eine Minute) wird zunächst garantiert und wird in Form von mentaler und kreativer Dienstleistung ausgezahlt. Hierzu können mir die Aktionäre Aufgaben stellen, die ich unabhängig von räumlichen Faktoren innerhalb der zur auszuzahlenden Zeit erfüllen können sollte.

(Lot: 13)